Der Klassiker: Heilende Quellen im Böhmischen Bäderdreieck
Karlsbad, Marienbad und Franzensbad bleiben das Herz der tschechischen Bäderkultur - Orte, an denen seit Jahrhunderten medizinische Kurtradition auf architektonische Eleganz trifft. Gäste baden in heilendem Thermalwasser, flanieren durch Parks und Kolonnaden und lassen sich in Kurhäusern verwöhnen. In Karlsbad dem größten Kurort Tschechiens, wo einst schon Goethe, Beethoven, Freud, Chopin oder Sissi zur Kur waren, sprudelt beispielsweise die berühmte Quelle Vřídlo mit bis zu 70 °C. In Marienbad laden über hundert Mineralquellen zu wohltuenden Trinkkuren ein – zum Beispiel aus der Kreuzquelle, deren leicht salziges Wasser durch knapp zehn Gramm Mineralsalze pro Liter belebend wirkt. Eine beliebte Unterkunft ist das Falkensteiner Spa Resort Marienbad, in dem ganzheitliche Gesundheitskonzepte und medizinische Diagnostik, Bewegung, Ernährung und Regeneration zu individuell abgestimmten Programmen für Vitalität und nachhaltiges Wohlbefinden verschmelzen. Franzensbad wiederum ist berühmt für Schwefel- und Moorbäder, das regionale Naturmoor wird in traditionellen Anwendungen genutzt, die Durchblutung, Hautbild und Regeneration fördern.
Sonnenheilbad mit Zukunft: Luhačovice
Weniger bekannt, aber ebenso wirkungsvoll ist das mährische Heilbad in der Kleinstadt Luhačovice, das häufig als „Sonnenheilbad“ bezeichnet wird, aufgrund des historischen Areals der sogenannten Sluneční lázně („Sonnenbäder“). Diese Anfang des 20. Jahrhunderts vom Architekten Dušan Jurkovič gestaltete Anlage diente einst dem Baden, Schwimmen und Sonnen in freier Natur und wurde jüngst aufwendig restauriert. Das Projekt, ausgezeichnet beim Wettbewerb „Spa Inspiration 2025“, verbindet diese traditionsreiche Kurgeschichte mit modernen Wellness- und Longevity-Ansätzen – in einer entspannten, weniger touristischen Atmosphäre. Ein weiteres Beispiel in Luhačovice ist das stilvolle Augustiniánský dům (Deutsch: Augustiner Haus), das medizinische Kompetenz mit Boutique-Hotel-Charme verbindet. Hier geht es weniger um mondäne Kurgesellschaft als um bewusste Regeneration – ein Trend, der besonders bei jüngeren Wellnessreisenden an Bedeutung gewinnt.
Auch auf klassischer Spa-Ebene entstehen neue Maßstäbe. Mit dem MELORI aqua & spa eröffnete am 31. Januar 2026 eines der größten Spa-Resorts des Landes, das ganz auf umfassende Regeneration und hochwertige Wellness-Infrastruktur ausgerichtet ist. Die Anlage befindet sich im Bergregion Dolní Morava im Glatzer Schneegebirge - einer Region, die sich in den vergangenen Jahren zu einem vielseitigen Ganzjahresziel für Aktiv- und Erholungsurlaub entwickelt hat. Abseits urbaner Zentren setzt auch das Resort Svatá Kateřina inmitten ausgedehnter Wälder auf ganzheitliche Ansätze: Beim Ayurveda Longevity Weekend stehen traditionelle indische Heilmethoden, Yoga, Meditation und eine individuell abgestimmte Ernährung im Fokus.
Schlösser, Designhotels und prämierte Hideaways
Wer Wellness mit außergewöhnlichem Ambiente verbinden möchte, findet im ganzen Land eine wachsende Zahl ausgezeichneter Häuser, von historischen Schlössern bis zu avantgardistischen Designhotels. Viele davon wurden jüngst im neuen Gault&Millau-Guide „Stay & Dine“ gewürdigt. Dazu zählen etwa das Schlossresorts wie Chateau Mcely, Zbiroh oder Herálec in Mittelböhmen, das vielfach ausgezeichnete Dvůr Perlová voda nahe der sächsischen Grenze, das kunstaffine Miura Art Hotel Čeladná am Fuß der Beskiden oder das moderne Hotel Perk in Šumperk im Altvatergebirge.
