Tomáš Baťa, Schuster, Unternehmer und Visionär
Schauen Sie sich Ihre Schuhe an.... Wenn darauf die Marke Baťa steht, tragen Sie an den Füssen ein Produkt, deren Geschichte bis in die Monarchie Österreich-Ungarn des Jahres 1894 zurück reicht. Der Junge Schuhmacher Tomáš Baťa hat damals in Zlín gemeinsam mit seinem Bruder und seiner Schwester eine Schuhmacherfirma gegründet, die innerhalb einiger Jahrzehnten auf vier Kontinenten Fuss fassen konnte und heute können Sie die Schuhe von Baťa in Dutzenden Städten auf der ganzen Welt kaufen. Finden Sie das inspirierend? Lesen Sie weiter, das ist bei Weitem noch nicht alles.

Baťa´s Schuhe

Der junge Schuhmacher Tomáš Baťa war ein bisschen Rebell. Er stammte zwar aus einer Familie, die sich mit der Schuhmacherei schon seit Jahrzehnten beschäftigte, mit 16 Jahren ließ er sich jedoch bei einer Firma, die Schuhmachermaschinen herstellte, beschäftigen. Das gefiel jedoch weder seinem Vater noch der Firma, die ihn beschäftigte, so dass sie ihn wieder bald entließen, da sie sich vor der Konkurrenz fürchteten. Das hat ihn nicht aufgehalten und mit der Hilfe seiner Geschwister gründete er im Jahre 1894 seine eigene Schuhmacherfirma. Die erste große Krise konnte Tomáš Baťa mit den sogenannten „Baťovky“, d.h. Schuhen, die statt aus Leder vor allem aus dem viel billigeren Leinen hergestellt wurden. 


Von seinem Aufenthalt in Amerika brachte Tomáš Baťa neue Impulse für seine Geschäftstätigkeit mit. Dazu brauchte er immer mehr Arbeiter, die jedoch in der kleinen Stadt im Osten Mähren keine Wohnmöglichkeiten hatten. Tomáš Baťa hat es so gelöst, dass er für sie Häuser baute und ebenfalls die Infrastruktur von Zlín veränderte. So entstanden funktionalistische Bauten und Zlín, das sich  langsam zu einer in Garten eingebetteten Industriestadt veränderte, erlebte seine berühmteste Zeit.  Das Funktionalismus in Zlín verzauberte auch den weltberühmten Architekten   Le Corbusier, der sich darüber dahingehend äußerte, dass es sich um eine der heißen Orte der neuen Welt handeln sollte.

Aber zurück zum Baťa. Die Arbeiter in seiner Gesellschaft erhielten Benefits, mussten jedoch allerdings mit großen Anforderungen rechnen. Für eine schlecht getane Arbeit wurden automatisch Lohnabzüge getätigt und ähnliches.Die Arbeitnehmer der Firma Bata konnten sich weiter bilden, damit die Firma auch über Personal zur Verfügung hatte, das im Ausland arbeiten kann, dafür jedoch mussten sie sich nach Baťa´s Motto: „Sage nie dass s nicht geht - sage mir, dass du es nicht kannst“ verhalten.  Über seine Modelle und die Geschichte des Schuhmacherhandwerkes erfahren Sie mehr im Schuhmuseum in Zlín.

Baťa´s Schuhabdruck in Mähren und auch in der Welt

Baťa dachte auch an weitere wichtige Aspekte der Geschäftstätigkeit. Typisch ist zum Beispiel seine Preisbildung. Er nutzte die Tatsache, dass für unsere Geldbörse annehmbarer ist, wenn auf dem Preisschild 999 statt der Zahl 1000 steht. Diesen Trick wird heute in er ganzen WElt verwendet. Tomáš Baťa unterschätzte auch die Werbung nicht und so ließ er in Zlín Filmateliers bauen, die bald nicht nur Schuhwerbung produzierten, sondern auch ganze Spielfilme gedreht. Auch deshalb kann heute die Stadt Zlín regelmässig ein Filmfestival veranstalten.

Ein weiterer Beitrag ist auch der Bata-Kanal, den die Firma nach dem tragischen Tod seines Gründers erbauen ließ. Die Wasserstraße trägt jedoch seinen Namen und heute führt ein schöner Fahrradweg entlang des Kanals. Ein Symbol es Bata-Reiches ist auch ein Wolkenkratzer in  Zlín, der nach der Straßennummer als „Einundzwanziger“ bezeichnet wird. Das Gebäude ließ Tomas Stiefbruder Jan Antonín Bata nach dem amerikanischen Vorbild bauen und so war Batas Wolkenkratzer seinerzeit das zweit größte Gebäude in Europa.

Tomáš-Baťa-Denkmal

Tomáš Baťa kam 1932 bei einem Flugzeugabsturz ums Leben. In den 56 Jahren seines Lebens gelang es ihm jedoch, ein Schuhmacherimperium aufzubauen, dank dem das rote Baťa-Logo heute an tausenden Läden in dutzenden Städten auf der ganzen Welt leuchtet. Ihm zu Ehren wurde 1933 im Geiste des Funktionalismus ein Denkmal in Zlín errichtet, entworfen vom bedeutenden Architekten F. L. Gahur. In den letzten Jahren wurde das Gebäude einer anspruchsvollen Renovierung unterzogen und erfüllt heute wieder seinen Zweck, dem Leben und Werk des tschechoslowakischen Industriellen zu gedenken. Seine Inneneinrichtung wird von dem originalen Flugzeug des Typs Junkers F13 dominiert, in dem Tomáš Baťa 1932 ums Leben kam.