Gemütliche Radtouren
Die wärmste und sonnigste Jahreszeit steht uns bevor, deshalb ist es an der Zeit, die Fahrräder aus dem Keller zu holen und sich auf den Sattel zu schwingen. Radtouristen haben den Vorteil, dass sie nicht durch die Kilometerzahl eingeschränkt sind, die Wanderer zu Fuß absolvieren müssen, und gleichzeitig erleben Sie die Landschaft viel intensiver, als wenn sie nur mit dem Auto durchfahren würden. Für alle Freunde des Radsports haben wir wunderschöne Landschaften, Denkmäler in Form von Burgen und Schlössern und ein wenig Nervenkitzel vorbereitet. Wir geben Ihnen vier Tipps, wie Sie die diesjährige Fahrradsaison in der Tschechischen Republik so richtig genießen werden!

Radweg Bečva – der beste Radweg in Mähren

Der Fluss Bečva durchquert den östlichen Teil der Tschechischen Republik. Er entspringt in den Beskiden und mündet knapp 160 km weiter im Flachland in die March. Und dieser Radweg kopiert fast genau den Flussverlauf. Der Weg beginnt im dicht bewachsenen, hügeligen Naturschutzgebiet der Beskiden und folgt dem Fluss langsam bergab ins Flachland. Da Sie fast die ganze Zeit bergab fahren, handelt es sich um den idealen Radweg für Familien mit Kindern, die das Radfahren schon ein wenig beherrschen. Und was erwartet Sie unterwegs? Neben der wunderschönen Landschaft der Beskiden, erhalten Sie die Möglichkeit, das älteste und größte Freilichtmuseum Europas in Rožnov pod Radhoštěm mit mehr als einhundert denkmalgeschützten Bauten der Volksarchitektur aus der breiten Umgebung zu besuchen. Weiter fahren Sie am Kurort Teplice nad Bečvou vorbei, wo wir Ihnen einen Zwischenstopp empfehlen würden, um Ihrem Körper lebenswichtige Mineralien in Form des hiesigen Mineralwassers zuzuführen. Und anschließend können Sie in nächster Nähe des Kurortes beispielsweise die Aragonit-Höhlen in Zbrašov besuchen.

Böhmisches Mittelgebirge – durch die Landschaft erloschener Vulkane

Das Böhmische Mittelgebirge – wie der Name schon sagt, handelt es sich um ein Gebirge im zentralen Teil Böhmens, das nördlich von Prag liegt. Es wird von Hunderten Erhebungen und Hügeln gebildet, die Millionen von Jahren alte sind. Und mitten durch das Gebirge windet sich die Elbe. Der Radweg misst knapp 100 km, beginnt am Fuße des Berges Říp und endet an der deutschen Grenze. Über den Fluss führen viele Brücken, und Sie können auch eine der Fähren nutzen und selbst entscheiden, wohin Sie fahren und was alles Sie sehen werden. In Děčín erwartet Sie über dem Fluss ein Schloss, und auch die historische Stadt Litoměřice ist eines der Highlights, das Sie sich nicht entgehen lassen sollten. Dort erwarten Sie mittelalterliche Stadtmauern, die Kathedrale St. Stephan und eine Vielzahl von Galerien und Museen. An tragische Ereignisse aus der Geschichte werden Sie in Terezín erinnert, das im Zweiten Weltkrieg von Nazi-Deutschland als Auffanglager für die jüdische Bevölkerung Böhmens missbraucht wurde. Ursprünglich handelte es sich um eine militärische Festung aus dem 18. Jahrhundert. Nach den erst vor kurzem abgeschlossenen Rekonstruktionsarbeiten lernen Sie beide Zwecke dieses Baus kennen. Und Naturdenkmäler? Bei Děčín und Hřensko würden wir Ihnen eine Führung durch die Felsenstädte empfehlen!

Südböhmen – gemütliche Radtouren mit bestens ausgebauter Infrastruktur

Wenn Sie immer schon mal wissen wollten, wie die charakteristische Landschaft aussieht, bei deren Anblick viele Tschechen vom „entspannten Leben auf dem Lande“ oder den „Ferien bei der Großmutter“ schwärmen, dann brechen Sie nach Südböhmen auf! Außerdem kommen Sie in Südböhmen in den Genuss des dichtesten markierten Radwegenetzes in der Tschechischen Republik mit flachem Terrain. Die Landschaft besticht mit zahlreichen Teichen, Jahrhunderte alten Alleen auf Dämmen, malerischen Dörfern und historischen Städten. In Südböhmen erwarten Sie Dutzende Schlösser, wie beispielsweise das romantische Červená Lhota, Hluboká oder das Schloss in Böhmisch Krumau, das in der UNESCO-Liste des Kulturerbes eingetragen ist. Und wenn Sie sich auf Ihrem Fahrrad zu einer weiteren UNESCO-Welterbestätte aufmachen, dann umso besser. Die kleine Gemeinde Holašovice ist neben den Gebäuden im Stil des Bauernbarock auch deshalb einzigartig, weil die Bauernhöfe im einheitlichen Stil erbaut und sehr gut erhalten sind. Und welchen Radweg können wir Ihnen empfehlen? Der längste ist der Moldau-Radweg (Vltavská cyklistická cesta), der im hügeligen Böhmerwald bei der Gemeinde Kvilda beginnt und an der Burg Zvíkov endet. Wenn Sie sich für diesen Radweg entscheiden, dann begegnen Sie unterwegs den größten Besuchermagneten Südböhmens – Český Krumlov (Böhmisch Krumau), dem Kloster Vyšší Brod, der Burg Rožmberk und dem Kloster Zlatá koruna.

Krone des Hochlandes (Vysočina) – durch unberührte, malerische Landschaft

Im der Region namens Vysočina, einem sanft gewellten Gebirgszug an der Grenze zwischen Böhmen und Mähren, erwarten Sie knapp 2 500 km Radwege. Hier bieten sich unzählige Möglichkeiten für Radtouren an! Diese Gegend besticht mit blühenden Wiesen und wunderschönen Denkmälern. Besonders beliebt ist der Radweg von Žďár nad Sázavou nach Přibyslav. Dessen Einzigartigkeit besteht darin, dass er auf einer ehemaligen Eisenbahnstrecke errichtet wurde und so eine einzigartige Atmosphäre hat. Der Kulturreichtum des Landkreises Vysočina ist mit dem Rad gut erreichbar: eine UNESCO-Welterbestätte: Santinis faszinierende Kirche des hl. Johannes von Nepomuk auf dem Grünberg (Zelená hora), die Burg Pernštejn oder das Kloster- und Schlossareal in Žďár nad Sázavou mit dem originell konzipierten Museum der neuen Generation. Und die Naturschönheiten? Die Radwege führen Sie in den zentralen Teil des Naturschutzgebietes Žďárské Vrchy mit Aussichtstürmen, Aussichtspunkten, Badeteichen, Restaurants und ländlichen Kneipen. Die Landschaft rund um Bystřice nad Pernštejnem lässt sich am besten auf einer der durchdachten thematischen Rundstrecken erkunden, die Zubří stezky genannt werden.
 
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